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  »Holzschutz  »Holzschädlinge  »Tierische Holzschädlinge  »Bekämpfungsmethoden  »Chemische Bekämpfung   Di. 16. August 2016 

Chemische Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten

 
Die chemische Bekämpfung holzzerstörender Insekten lässt sich grob in zwei Arten der Wirkstoffeinbringung untergliedern.

  1. Chemische Bekämpfung durch Behandlung der Holzoberfläche
  2. Chemische Bekämpfung durch Bohrlochinjektionen (mit oder ohne Druck)

 

Bei der chemischen Holzschädlingsbekämpfung ist grundsätzlich zu bemerken:
Die chemische Behandlung sollte sich aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes nur auf das absolut notwendige Maß beschränken.
Von großflächigen Anwendungen bekämpfender Holzschutzmitteln ist abzuraten. Dies gilt insbesondere für Mittel auf der Basis von Neurotoxinen (Nervengiften). Die Zulassungsbeschränkungen für diese Mittel weisen auch ausdrücklich darauf hin.
Zum Einsatz sollten nur Mittel kommen, die nach der aktuellen Holzschutzmittelliste zugelassen sind. Die darin aufgeführten Einschränkungen und Hinweise sind unbedingt zu beachten.
Die Art und der Umfang der Behandlung ist auf die spätere Nutzung abzustimmen. So sind bei Räumen zu Wohnzwecken oder zur Lagerung von Lebensmitteln bestimmt strengere Kriterien anzulegen als bei reinen Lagerräumen.
Bei Anwesenheit von schützenswerten Tieren ((Fledermäusen, Eulen, Turmfalken etc.) sollte chemische Behandlungen der Oberfläche nur mit ausdrücklich dafür zugelassenen Mitteln erfolgen. Im Zweifelsfall sind Verfahren mit geringeren toxischen Belastungen zu wählen.

Die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DiBt) zugelassenen Holzschädlingsbekämpfungsmittel die dem Markt zur Verfügung stehen, lassen sich in folgende Wirkstoffgruppen aufteilen.

Mittel mit schneller Wirksamkeit
z.B. mit dem am häufigsten verwendete Wirkstoff Permethrin, dieser Wirkstoff ist ein hochwirksames Neurotoxin (Nervengift) und wirkt schon durch den Körperkontakt der Larve mit dem Wirkstoff (Kontaktgift!) . Das Mittel besitzt nur einen geringen Gasdruck der eine weitere Durchdringung des Holzes fördern würde. Da diese Mittel ölig gelöst sind, ist die Penetration des Holzes als gut zu bezeichnen. Die Wirksamkeit wird dem Mittel vom Deutschen Institut für Bautechnik bescheinigt wenn nach 12 Wochen 80 % der Larven (Hausbock) abgetötet sind.

Mittel mit langsamer Wirksamkeit
Hierzu werden die Mittel auf Basis von Boraten gerechnet. Ihre Wirkung entfaltet sich erst beim Fressen der Larve von imprägnierten Holz. Es ist also als „Fraßgift“ zu bezeichnen. Entscheidend ist jedoch das eine bestimmte Menge aufgenommen werden muss. Die Eindringtiefe ins Holz ist jedoch meist sehr gering, da das Mittel bei Abwesenheit von seinem Lösungsmittel Wasser, schnell in einen festen kristallinen Zustand übergeht. Es gibt jedoch zugelassene modifizierte Mittel auf dem Markt, die durch Ihre spezielle Rezeptur lange in einen penetrationsfähigen, gelösten Zustand bleiben. In diesem Zusammenhang ist auch zu bemerken, das diverse renomierte Untersuchungen vorliegen, die darauf hinweisen, dass die Larven versuchen das geschmacklich veränderte boratgetränkte Holz  zu umgehen. Die grundsätzliche Wirksamkeit wird den Borathaltigen Mitteln vom Deutschen Institut für Bautechnik bescheinigt, wenn nach 52 Wochen 80 % der Larven (Hausbock) abgetötet sind.

Mittel mit verzögerter Wirksamkeit
Hierzu werden die Mittel auf Basis von Häutungshemmern wie z.B. „Fluvenoxuron“ gezählt. Dieser Wirkstoff ist ein Benzolylharnstoffderivat der durch schrittweise Anreicherung im Larvenkörper die Schlüsselenzyme zum Häutungsprozess der Larven blockiert. Der Wirkstoff ist trotz seiner sehr geringen Toxität als Fraßgift zu bezeichnen. Hier muß jedoch eine nicht unerhebliche Menge an Wirkstoff von den Larven aufgenommen werden, um zur Wirkung zu kommen. Die Eindringtiefe ist bei den ölig gelösten Produkten als gut zu bezeichnen. Die Wirksamkeit wird dem Mittel vom Deutschen Institut für Bautechnik bescheinigt wenn 80 % der Larven (Hausbock) abgetötet sind. Weitere Angaben zu der genauen Prüfanordnung liegen dem Verfasser zur Zeit nicht vor. Da zur Wirksamkeit des Mittels bis zum nächsten Häutungsprozess ausreichende Wirkstoffmengen im Larvenkörper angelagert werden müssen kann dieser Hemmprozess sehr lange dauern oder im schlechtesten Fall einfach zu spät kommen. Es bestehen in letzter Zeit bei verschiedenen Fachfirmen vermehrte Zweifel über die praxisgerechte Wirksamkeit dieser Mittel.



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