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  »Holzschutz  »Vorbeugung ist Holzschutz   Di. 16. August 2016 

Vorbeugung

 

Baulicher Holzschutz

Eine Bauweise, die eine dauerhafte Trockenhaltung des Holzes sicherstellt, kann einen Befall durch holzschädigende Pilze verhindern. Diese Art des baulichen Schutzes wird konstruktiver Holzschutz genannt. Die Norm für konstruktive Holzschutzmaßnahmen im Hochbau (DIN 68 800-2) zeigt beispielhaft Holzkonstruktionen, deren Holz dauerhaft geschützt ist und vorbeugenden Holzschutz an verschiedenen Holzbauteilen entbehrlich machen.

Stabkirche aus dem 12 - 13 Jhdt. in Norwegen
(Das Bauwerk ist nur durch überlegten konstruktiven
Holzschutz bis heute erhalten geblieben)

Natürlicher Holzschutz

Natürliche Dauerhaftigkeit
Unter natürlicher Dauerhaftigkeit versteht man der Haltbarkeit ein Holz im Bezug auf ihrer Widerstandsfähigkeit gegen über Pilzen, Insekten, Meerwasser, usw. Die Verwendung ausreichend resistenter Holzarten entsprechend der jeweiligen Gefährdungsklasse (GK) verhindert Bauschäden. Zum Beispiel enthält Teakholz giftige Stoffe, die dem Zersetzen durch Fressfeinde entgegenwirken oder auch das Holz einiger Nadelholzgewächse (z. B. Lärche, Western Red Cedar) schützt sich selbst. Diese sind jedoch nicht ausreichend verfügbar und teuer.

 

Resistenzklassen
Die Resistenzklassen lassen sich zum Beispiel nach der etwas älteren Klassifizierung in Resistenzklassen nach DIN 68364* einteilen. Hier wird von einer gemeinsamen Eigenresistenz gegen holzzerstörende Insekten und Pilze ausgegangen.

Resistenzkl. 1Resistenzkl. 1-2Resistenzkl.
2
Resistenzkl. 3Resistenzkl. 3-4Resistenzkl. 4Resistenzkl. 5
sehr dauerhaft
dauerhaftmäßig dauerhaft
wenig dauerhaftnicht dauerhaft
z.B. Afzelia, Iroko, Biling, Greenhart, Padouk, asiat. Teak, Makoréz.B. Robinie;z.B. europ. Eiche (z.B. Stiel- oder Traubeneiche), Edelkastanie, amer. Western Red Cedar, Bankirai, Bubinga, Merbau, Bongossi, Mahagoni, Meranti (Rohdichte größer 0,5 g/cm³)z.B. Europ. Lärche, europ. Douglasie z.B. Kieferz.B. Tanne, Fichte, Ulme, amer. Roteiche, Limba, Rüster, Gaboon, Meranti (Rohdichte kleiner 0,49g/cm³)z.B. Birke, Buche, Esche, Linde,

*Durch die enge Verknüpfung mit der noch aktuellen Norm DIN 68800 gelten diese Resistenzklassen in Deutschland nur noch für das Bauwesen. Es wird nach deren Aufhebung die Europäische Norm EN 335 folgen.

Die neuere Einteilung erfolgt dann nach DIN EN 350-2. Hierbei wird dann in Resistenzklassen zwischen den Arten der Holzzerstörer (z.B. tierische, pflanzliche, Termiten, marine Holzschädlinge) unterschieden.
Hier die Klassifikation der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze:

Resistenzkl. 1Resistenzkl. 1-2Resistenzkl. 2Resistenzkl. 2-3Resistenzkl. 3Resistenzkl. 3-4Resistenzkl. 4Resistenzkl. 5
sehr dauerhaft
dauerhaft
mäßig dauerhaft
wenig dauerhaftnicht dauerhaft
z.B. Afzelia, Maobi, Biling, Greenhart, Padouk, asiat. Teak, Makoréz.B. Robinie;z.B. europ. Eiche, Edelkastanie, amer. Western Red Cedar, Bankirai, Bubinga, Merbau, Bongossi, Mahagoniz.B. Yellow Cedar, amerik. Weißeichez.B. Pitch Pinez.B. Europ. Lärche, europ. Douglasiez.B. Tanne, Fichte, Ulme, amer. Roteiche, Yellow Merantiz.B. Birke, Buche, Esche, Linde, White Meranti
Der Einteilung der Dauerhaftigkeit erfolgt getrennt nach Splint und Kern, wobei generell der Splint als wenig bzw. nicht dauerhaft einzustufen ist. In der meisten fällen ist der Splint gut zu impregmieren wo durch in weiterfolge die Dauerhaftigkeit des Splint durch ein Impregmierung mit Holzschutzmitteln den Kern Gleichgesetzt werden kann. Ein Impregmierung des Kernes ist technische nicht möglich und auch nicht sinnvoll.

Zum gewerblichen Einsatz chemischer Holzschutzmittel ist eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung notwendig, die durch den "Sachkundenachweis Holzschutz am Bau" beurkundet wird. Dieser Sachkundenachweis bestätigt die in DIN 68 800, Teil 4 geforderte Qualifikation und besagt, dass der Inhaber über die Kenntnisse und Fertigkeiten entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik für die Vorbereitung, Anleitung, Durchführung und Prüfung von gesundheitlich unbedenklichen und umweltverträglichen Holzschutzmaßnahmen zur Bekämpfung holzzerstörender Pilze und Insekten sowie sonstiger Einflüsse verfügt.

"Biologische Holzschutzmittel"

"Biologische Holzschutzmittel" ist kein näher definierter oder geschützter Begriff. Nach Angaben ihrer Hersteller kommen diese Mittel ohne Insektizide, Fungizide und Biozide aus. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist nur auf eine rein vorbeugende Wirkung beschränkt. Das hauptsächliche Wirkprinzip dieser Produkte beruht oftmals auf einem so genannten "Coating Prinzip". Dabei werden die holzspezifischen, geruchsintensiven Aerosole verdeckt. Auch das Verfahren der("Versteinerung")basiert auf denselben Wirkungsprinzip: Ein die Holzoberfläche absuchendes männliches holzschädigendes Insekt und auch das nachfolgend durch männlichen Pheromone angelocktes, zur Eiablage bereites, weibliches holzschädigendes Insekt ist auf die holzspezifischen Geruchsaerosole zur Auswahl eines geeigneten Holzes angewiesen. Aktuelle Untersuchungen der Bundesanstalt für Materialprüfung in Berlin bestätigen diesen Zusammenhang eindeutig. Der Wirkungsmechanismus eines "Coatings" ob durch Kälken, Ochsenblutanstriche oder synthetische Anstriche beruht immer auf dem gleichen Prinzip.

Der für baubiologische Mittel dieses Wirkungsprinzips oftmals behauptete bekämpfende Charakter, ist schon aus grundsätzlichen entomologischen und holztechnischen Überlegungen heraus nicht möglich und durch keine Untersuchung belegt.

Physikalischer Holzschutz

Diese Methoden und Mitteln sollen das Holzbauteil vor witterungsbedingter Schädigung schützen, also vor Feuchteaufnahme, Sonnenlicht und mechanischen Einflüssen. Auch als Wetterschutzmittel bekannt. In Deutschland bedürfen sie keiner Bewertung durch das Umweltbundesamt. Physikalische Methoden sind meist Schutzschichten, die keinen Schutz vor Insekten- oder Pilzbefall bewirken sondern gegen mechanische Beanspruchung, Witterung und Sonnenstrahlen (UV-Strahlen) Schutz bieten.

Mittel:

Lasuren
Es gibt Dünnschichtlasuren, Dickschichtlasuren und deckende Systeme. Man verwendet Dünnschichtlasuren hauptsächlich für nicht maßhaltige Bauteile wie Verkleidungen, Zäune oder Pergolen. Sie verhindern nicht, dass das Holz ein Feuchtegleichgewicht mit der Umgebungsfeuchte eingeht. Der dünne Lasurfilm ist diffusionsoffen und kann ohne größeren Aufwand nachbehandelt werden. Dickschichtlasuren werden in der Regel für maßhaltige Bauteile wie Fenster und Türen eingesetzt. Sie reduzieren die Feuchteaufnahme des Holzes und verhindern dadurch weitgehend das Quellen oder Schwinden des Holzes. Wetterschutzmittel werden sowohl auf Lösemittelbasis, als auch auf Wasserbasis formuliert. Der Schutz vor dem Lignin abbauenden UV-Licht wird durch die enthaltenen Pigmente oder durch spezielle UV-Filter erreicht. Allerdings werden Wetterschutzmitteln häufig Film- bzw. Tropfkonservierer zugesetzt. Damit soll, insbesondere bei wasserbasierten Mitteln, ein Pilzbefall des Anstrichfilms oder des Mittels selbst verhindert werden. Für Wetterschutzmittel, die als Oberflächenbehandlungsmittel das Umweltzeichen: Umweltzeichen, weil schadstoffarm nach RAL-ZU 12a tragen, hat das Umweltbundesamt ökotoxikologische Kriterien und Obergrenzen für den Gehalt an Tropf- und Filmkonservierern festgelegt. Anders als die Holschutzmittel werden diese Mittel allerdings nicht einer ökotoxikologischen Bewertung durch das Umweltbundesamt unterzogen.

High Solids
Haben einen hohen Feststoffgehalt. Werden heute in der Regel als solche Beschichtungsstoffe bezeichnet, deren Lösemittelemission, im Verarbeitungszustand, gegenüber den entsprechenden Low- Solid Lacken auf die Hälfte reduziert ist. Das heißt, dass die Verdunstung bei High- Solid Lösemitteln um die Hälfte weniger ist. Dadurch ist diese Art umweltfreundlicher als normale Lacke. Bei heute gebräuchlichen High- Solids liegt der nfA im Bereich von etwa 60-80%. Solch hohe Filmbildnerkonzentrationen können bei Low- Solid Filmbildnern nicht erreicht werden.

Öle
Holzveredelungsmittel, wie Öle oder Wachse schützen die Holzoberfläche in erster Linie vor physikalischen Beeinträchtigungen, z. B. vor Flecken, Schmutz, Staub und Kratzern.

Methoden:

Verkohlung
Eine selten angewandte Möglichkeit ist das absichtliche oberflächliche Anbrennen von Holzwerkstoffen, das dadurch eine schützende Holzkohleschicht bildet.

Weiterhin gibt es biologische Holzschutzmittel, die auf physikalischer Basis wirken.

Thermobehandlung
und Diese Methode funktioniert Physikalisch durch Temperatureinsatz. Sie ändert die OH-Gruppen die zwischen HemizelluloseLignin verbunden sind. (Chemisch auch möglich durch Acetylierung. Durch Umwandlung bzw. Besetzung freier OH-Gruppen erfolgt angeblich eine Reduzierung von Schwind- und Quellmaß in tangentialer, axialer und radialer Richtung um bis zu 70% Auch ein Erhöhung der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen tierische und pflanzliche Holzschädlinge wurde vereinzelt festgestellt. Bei diesen thermischen Holzbehandlungen werden Temperaturen bis zu 210 Grad kurzfristig eingesetzt. Sowohl Acetylierung als auch die Temperatur- Behandlung führen zu einer deutlichen Reduzierung des pH-Wertes (1,5). Erste Überlegungen zur Erzeugung von "Thermoholz" wurden bereits vor 55 bis 60 Jahren angestellt.

 

Holzschutzmittel

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung

In Deutschland definiert die DIN 68 800 Holzschutz die Anwendung von Maßnahmen, die eine Wertminderung oder Zerstörung von Holz und Holzwerkstoffen - besonders durch Pilze, Insekten etc., - verhüten. Weiters müssen Bauherren das BGB und dessen Verkehrssicherungspflicht zum Schutze Dritter beachten. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit schreibt der Gesetzgeber einen vorbeugenden Schutz von Hölzern vor, die tragenden bzw. aussteifenden Zwecken dienen. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit verfolgt. Werden im Schadensfall Personen verletzt, kann dies unter Umständen strafrechtlich geahndet werden. Besteht ein Bauherr auf die Verwendung unimprägnierter Hölzer, können Architekten und Bauausführer den zivilrechtlichen Schadenersatzanspruch des Bauherrn ausschließen. Dieser ist jedoch nicht Dritten gegenüber wirksam und derartige Klauseln sind öffentlichrechtlich und strafrechtlich ohne Belang.


Die Erteilung der allgemeinen bauaufsichlichen Zulassung, die in allen Bundesländern gültig ist, erfolgt durch das zuständige Deutsche Institutes für Bautechnik (DIBt). Das DIBt gibt jährlich eine Holzschutzmittelliste heraus in dem die zugelassenen Holzschutzmittel aufgeführt sind. Die Geltungsdauer der Zulassung ist befristet (maximal 5 Jahre).
Die Erteilung der bauaufsichlichen Zulassung ist abhängig vom Wirksamkeitsnachweis, daß das Holzschutzmittel für den vorgesehenen Zweck geeignet ist und bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Holzschutzmittels die holzschützende bzw. bekämpfende Wirkung erzielt werden kann. (Prüfung z.B. durch die Bundesanstalt Materialforschung und -prüfung, BAM). Im weiteren Zulassungsverfahren wird hinsichtlich einer eventuellen Gesundheitsgefährdung der Nutzer baulicher Anlagen durch das behandelte Holz bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Holzschutzmittels eine Bewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung vorgenommen. Eventuelle ökotoxikologische nachteilige Auswirkungen auf die unmittelbare "Umwelt" der baulichen Anlage, den Boden und das Grundwasser bewertet das Bundesumweltamt (UBA).
,


Einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung nach den Bauordnungen der Bundesländer bedürfen

  • Mittel zum vorbeugenden Schutz von Bauprodukten und Bauteilen aus Holz für tragende und/oder aussteifende Zwecke vor holzzerstörenden Pilzen und Insekten,
  • Mittel zum vorbeugenden Schutz von Bauprodukten und Bauteilen aus Holzwerkstoffen vor holzzerstörenden Pilzen und Insekten,
  • Mittel zur Bekämpfung eines vorhandenen Befalls von Bauteilen aus Holz und Holzwerkstoffen durch holzzerstörende Pilze oder Insekten,
  • Mittel zur Verhinderung des Durchwachsens von Mauerwerk durch den Echten Hausschwamm (Schwammsperrmittel).


Keiner bauaufsichtlichen Zulassung bedürfen Mittel:

  • zum vorbeugendem Schutz von Bauprodukten und Bauteilen aus Holz für nichttragende und nicht aussteifende Zwecke (z.B. innere Wand- und Deckenverkleidungen, äußere Wand- oder Unterverschalungen, Fenster, Außentüren),
  • zum vorbeugendem Schutz von Gegenständen, die nicht Teil einer baulichen Anlage im Sinne der Landesbauordnung sind, (z.B. Gartenmöbel, Bänke, Obstpfähle)
  • zur Bekämpfung eines Befalls durch holzzerstörende Insekten von Gegenständen, die nicht Teil einer baulichen Anlage im Sinne der Landesbauordnung sind (z.B. alte Möbel).
  • zum vorbeugendem Schutz von Holz im Außenbereich ohne Erdkontakt einschließlich Fenster und Außentüren gegen holzverfärbende Organismen

Gefährdungsklassen:

Je nach Einbausituation ist verbautes Holz in unterschiedlichem Maße dem Angriff durch holzzerstörende Pilze und/oder Insekten ausgesetzt. Die Gefährdungsklassen stellen eine Einteilung dar, mit deren Hilfe Art und Umfang eventuell notwendiger chemischer Holzschutzmaßnahmen beurteilt werden kann. In Deutschland ist hierfür die DIN 68800 Teil 3 maßgebend. Die betreffende Norm betont die primäre Notwendigkeit des konstruktiven Holzschutzes, gibt umweltschonenden Holzschutzverfahren den Vorrang und lässt die Möglichkeit offen, durch Einsatz höherer Resistenzklassen der Bauhölzer auf chemischen Holzschutz zu verzichten. Je nach Gefährdungsklasse werden daher entweder Holzschutzmittel mit den entsprechenden Prüfprädikaten eingesetzt oder Hölzer der entsprechenden Resistenzklasse verwendet.

 

Gefährdungs
klasse
Beanspruchung Prüfprädikatalternativ auch Hölzer der
0Innen verbautes Holz, ständig trocken - -
1Innen verbautes Holz, ständig trocken Iv Resistenzkl. 3
2Holz, das weder dem Erdkontakt noch
direkt der Witterung oder Auswaschung ausgesetzt ist, vorübergehende
Befeuchtung möglich
Iv, P Resistenzkl. 3
3Holz, das der Witterung ausgesetzt ist,
aber ohne Erdkontakt
Iv, P, W Resistenzkl. 2
4Holz in dauerndem Erdkontakt oder
ständiger starker Befeuchtung ausgesetzt
Iv, P, W, E Resistenzkl. 1

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam
P = gegen Pilze vorbeugend wirksam (Fäulnisschutz)
W = Witterungskontakt, ohne ständigen Erd- und Wasserkontakt
E = ständiger Erd- und Wasserkontakt

Holzschutzmittelliste

Nachfolgende Holzschutzmittelgruppen sind nach aktueller Holzschutzmittelliste in Deutschland zugelassen:

Holzschutzmittel in organischen Lösemitteln zum vorbeugenden Schutz von Holzbauteilen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten:

  • Holzschutzmittel in organischen Lösemitteln Organische Fungizide und Insektizide in organischen Lösemitteln, (Xyligen AL, Permethrin, Deltamethrin, Dichlofluanid, Propiconazol, Tebuconazol, Tris-(N-cyclohexyldiazeniumdioxy)-Aluminium )
  • Holzschutzmittel in organischen Lösemitteln (ohne Wirksamkeit gegen Pilze)
  • Wasserverdünnbare Holzschutzmittel (ohne Wirksamkeit gegen Pilze)/ Organische Insektizide in wässriger Emulsion
  • Steinkohlenteer-Imprägnieröle / Steinkohlenteer-Imprägnieröl der Klassen WEI-Typ (B), C nach der Klassifizierung (W.E.I.) Mit einem Benzo(a)pyren-Gehalt bis zu höchstens 50mg/kg (ppm)
  • Sonderpräparate für Holzwerkstoffe / Anorganische Bor-Verbindungen, Kaliumfluoride oder Kalium-HDO<

Wasserbasierte Holzschutzmittel zum vorbeugenden Schutz von Holzbauteilen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten:

  • B-Salze anorganische Bor-Verbindungen
  • SF-Salze Silicofluoride
  • CFB-Salze Fluoride mit Bor-Verbindungen; Chromate
  • CK-Salze* Kupfersalze; Chromate
  • CKA-Salze* Kupfersalze mit Arsenverbindungen; Chromate
  • CKB-Salze* Kupfersalze mit Bor-Verbindungen; Chromate
  • CKF-Salze* Kupfersalze mit Fluorverbindungen; Chromate
  • Quat-Präperate Quartäre Ammoniumverbindungen
  • Quat-Bor-Präparate Quartäre Ammonium-Bor-Verbindungen
  • Chromfreie Cu-Präparate(Cu-HDOCu-Quat,Cu-Triazol)(Kupfer, Kupfer HDO oder quartäre Ammoniumverbindungen z.T. mit Triazolen und/oder Bor-Verbindungen)

Es wird zwischen Mitteln gegen tierische und pflanzliche Schädlinge unterschieden, ebenso gibt es eine Unterscheidung zwischen bekämpfender und vorbeugender Behandlung.

Holzschutzverfahren

Wahrscheinlich bestanden die ersten Versuche Holz zu schützen im Einreiben oder Streichen von Schutzmitteln auf der Fläche des Holzes. Durch Versuche wurden die wirkungsvollsten Schutzmittel und Verfahren ermittelt. Mit der Industrielle Revolution kamen mehr Möglichkeiten zum Holzschutz und der Bedarf nach behandeltem Holz wurde größer. Dies löste im frühen 19. Jahrhundert eine wahre Explosion an neuen Verfahren und Techniken aus, mit den größten Erneuerungen zwischen 1830 und 1840. In diesem Jahrzehnt haben Bethell, Boucherie, Burnett und Kyan mit zahlreichen Erfindungen Geschichte im Holzschutz geschrieben. Seitdem sind unzählige Erneuerungen, Erfindungen und Verbesserungen von Verfahren entwickelt worden. Das Ziel des modernen Holzschutzes ist das Sichern einer hohen gleichmäßigen Eindringtiefe des Holzschutzmittels mit einem Verfahren, das wirtschaftlich und umweltfreundlich ist. Die meistgebrauchten Verfahren sind Kesseldruckimprägnierungen, aber mehrere Holzarten (Douglasie, Lärche und Fichten) eignen sich nicht für diese Behandlungen. Mittels Perforation wurden manche Erfolge erzielt, allerdings waren diese mit höheren Kosten verbunden.

Klassifizierung der Imprägnierbarkeit

  • Klasse 1: gut tränkbar Kiefer (Splint) Buche
  • Klasse 2: mäßig tränkbar Fianus exc.
  • Klasse 3: schwere tränkbar Douglasie, Lärche
  • Klasse 4: sehr schwer tränkbar Fichte

In den entsprechenden EN - Normen sind alle wichtigsten Holzarten hinsichtlich ihrer Imprägnierbarkeit aufgelistet; die angaben beziehen sich dabei primär auf dem Splint und in manchen Fällen über der gesamten Querschnitt (Rot Buche). Der Kern ist grundsätzlich nicht impregmierbar. Bei manchen Holzarten (Fi) sind technische Vorbehandelungen für einen erfolgreichen Impregmierung angegeben (Laserperforieren oder Nadeln).

 

Drucklose Verfahren:
Es gibt zahlreiche drucklose Holzschutzverfahren, die unterschiedliche Schritte umfassen. Zu den meistgebrauchten Methoden zählen Streichen, Spritzen, Tauchen oder Kalt- und Heißbäder. Es gibt auch eine Reihe von nicht so bekannten bzw. veralteten Verfahren der Aufbringung wie Verkohlen, Diffusionsprozesse sowie die Saftverdrängung.

Streichen und Spritzen
Streichen und Spritzen ist ein altes und weit verbreitetes Aufbringungsverfahren. Sie findet vor allem im zimmermannstechnischen Bereich Einsatz. Durch technologische Weiterentwickelung ist es auch möglich, Holzschutzmittel mittels Spritzverfahren aufzubringen. Vordringliches Bemühen bei der Formulierung von modernen chemischen Holzschutzmitteln ist die Entwicklung von Wirkstoffen die eine Unterbrechung des Entwicklunszykluses der holzschädigenden Larven mit geringer Toxität garantiert. Hierbei ist die Penetrationstiefe der Mittel von besonderer Bedeutung für die Wirkung der Mittel.
Aufgebracht werden können Mittel auf Ölbasis, Glykolbasis sowie manche wasserlösliche und wasseremulgierbare Holzschutzmittel. Eine große Schwierigkeit bei Verwendung wasserbasierter Borate ist das vorzeitige Auskristallisieren des Wirkstoffes im oberflächennahen Bereich. Beim Streich- und Spritzverfahren mit Mitteln auf wässriger oder glykolbasierter Basis ist daher besonders bei trockenen Hölzern eine ausreichende Vorwässerung von Bedeutung.
Da die die Eiablagen tierischer Holzschädlinge in Ritzen und Spalten erfolgen, ist gerade deren gewissenhafte Behandlung von besonderer Bedeutung. Bei Verwendung von Bauhölzer mit hoher Feuchte sind nach der holzschutztechnische Behandlung bei der nachträglicher Rißbildung gerade diese Risse und Spalten nicht behandelt. Beim Holzschutz im Bestand ist daher besonders auf eine gründliche Behandlung der Ritzen und Spalten zu achten.

 

Wenn Holz im Freien verwendet wird, ist es dem Regen und dem Sonnenlicht unmittelbar ausgesetzt. Solange es nicht dauernd nass ist, ist die Folge dieses kombinierten Einflusses (nur) eine Vergrauung der Oberfläche. Die reine UV Strahlung allein führt nur zu einer Bräunung. Erst die Auswaschung von Abbauprodukten durch den Regen macht das Holz grau.

   


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